Mehr als die Summe einzelner Erfahrungen

Die Firma museumstechnik GmbH entstand im Jahr 1986 aus einem interdisziplinären Team von Architekten, Designern und Handwerkern in Berlin-Schöneberg. In den traditionellen Strukturen eines Werkbundes stellte sich das junge Unternehmen den immer komplexer werdenden Anforderungen der Ausstellungsgestaltung und -produktion. Der Zusammenschluss von gestalterischer und technischer Kompetenz in gemeinsamen Büros und Werkstätten ist bis heute die Grundlage für die erfolgreiche Arbeit der Firma in den unterschiedlichsten Bereichen der Präsentation von Kunst und Kulturgut.

In den ersten Jahren nach der Gründung realisierte die museumstechnik berlin hauptsächlich große Sonderausstellungsvorhaben. Das in dieser Zeit entstandene Prinzip der szenografischen Ausstellung war mit völlig neuen Herausforderungen an den Ausstellungsbau verbunden. Für die oft an den Bühnen- und Kulissenbau angelehnten Ausstellungskonzepte waren Fähigkeiten gefragt, die weit über den klassischen Innenausbau hinaus reichten. Erfahrung, Kompetenz und die vielschichtige Qualifikation von Planern, Konstrukteuren und Handwerkern machte das Unternehmen in kurzer Zeit zu einem führenden Anbieter für die Entwicklung und Realisierung solcher Konzepte. In dieser Zeit entstanden verschiedene Ausstellungen, vornehmlich in Berlin, aber auch an anderen Plätzen in ganz Deutschland:

Als ein frühes Highlight der Firmengeschichte kann die Ausstellung ‚Schätze aus dem Topkapi Serail‘ betrachtet werden, die 1988 in der Orangerie im Schloss Charlottenburg realisiert wurde. Sie gilt noch heute als wegweisende Ausstellung dieser Zeit. Die von uns produzierten ‚Blauen Kugelleuchten‘ prägten maßgeblich die Gestalt dieser Ausstellung.

Ende der 80er Jahre entwickelte die museumstechnik berlin das heute als System 180 bekannte Stahlrohr-Möbelsystem und gründete 1991 zusammen mit der damaligen Geschäftsführerin Sybille Fanelsa die gleichnamige Firma System 180 GmbH. Das kontinuierlich weiter verbesserte modulare Möbelsystem wird noch immer ausschließlich in Berlin-Schöneberg produziert und heute weltweit verkauft.

Die 1993 erbaute Ausstellung ‚Amerikanische Kunst im 20. Jahrhundert‘ im Martin-Gropius-Bau kann als ein weiterer, früher Höhepunkt der Firmengeschichte betrachtet werden. Der Lichthof des Gebäudes wurde mit einer von der museumstechnik berlin produzierten Stahl- und Glaskonstruktion aus System 180 zu einer imposanten Gemäldegalerie umfunktioniert. Nicht nur wegen der einzigartigen Kunstwerke ist diese Ausstellung noch heute in Erinnerung.

Seit Mitte der 1990er Jahre werden in zunehmendem Maße Räume und Gebäude inszeniert, die ursprünglich nicht für Ausstellungen konzipiert wurden. Ein Trend, der ganz neue Chancen und Herausforderungen für die Verantwortlichen mit sich brachte. Mit Flexibilität und Aufgeschlossenheit für neue Ideen konnte sich die museumstechnik berlin auch in diesem Feld als feste Größe bei der Umsetzung von ungewöhnlichen Ausstellungskonzepten etablieren.

Sowohl die Ausstellung ‚Feuer & Flamme‘ von 1994, bei der im Rahmen der Ausstellung zu `200 Jahren Industriegeschichte des Ruhrgebiets´ der Gasometer in Oberhausen zu einem Gesamtkunstwerk wurde, wie auch die eigens für die Ausstellung `Sonne, Mond, und Sterne´ im Jahr 1999 erbaute Standseilbahn sind großartige Beispiele dieser Fähigkeit.

Erwähnenswert ist auch die ebenfalls 1999 in den Brennkammern und im Turbinenhaus des Kohlekraftwerks Elbe in Vockerode erbaute Ausstellung ‚Unter Strom‘, das im Rahmen der Expo 2000 in einer Messehalle in Hannover errichtete ‚Chemidrom‘, oder der Umbau von vier Schubleichtern für die 2002 im Medienhafen Düsseldorf gezeigte Ausstellung ‚Wasserfälle. An Rhein und Maas‘.

Die Begeisterung für Inszenierungen und Szenographie hat die museumstechnik berlin dauerhaft behalten. Im Zuge der bereits erwähnten Herausforderung wertvolles Kulturgut in stillgelegten Industrieanlagen zu präsentieren bekam die Herstellung von Vitrinen und Ausstellungseinrichtungen für den langfristigen Einsatz immer größere Bedeutung. Im Gegensatz zu den oft nur für Zeiträume von drei bis maximal sechs Monaten geplanten Inszenierungen liegt der Fokus hier auf der Langlebigkeit der Produkte und der präventiven Konservierung von Exponaten. Viele der bis dahin verwendeten Konzeptionen und Bauprinzipien mussten vor diesem Hintergrund auf ihre Eignung überprüft werden. Die Erfolge in der technisch hochwertigen Weiterentwicklung dieser Produkte dokumentieren sich unter anderem in den von der museumstechnik berlin in den folgenden Jahren produzierten Einrichtungen von Museen von international herausragender Bedeutung:

An dieser Stelle sind die Einrichtung des 2009 eröffneten `Neuen Museum´ in Berlin in Zusammenarbeit mit David Chipperfield Architects und des Mailänder Designers und Architekten Michele De Lucchi zu nennen, die Ausstattung der Islamischen Abteilung des `Ethnologischen Museums´ sowie des `Museums der Europäischen Kulturen´ im neu sanierten Bruno-Paul-Bau in Berlin-Dahlem. Aus der Anerkennung und der Reputation der von der museumstechnik realisierten Arbeiten ergaben sich in der Folge neue Herausforderungen im In- und Ausland:

So wurden im Jahr 2011 hochwertige Ausstellungsmöbel für `The Hepworth Wakefield´ in Wakefield, England hergestellt und installiert. Im gleichen Jahr begann auch die Planung und Entwicklung für den Bau und die Installation von etwa 250 Spezialvitrinen mit höchsten konservatorischen und gestalterischen Anforderungen für das `Museo Archeológico Nacional Madrid´. Alle diese Aufgaben haben die Firma museumstechnik berlin zu keiner Zeit davon abgehalten, kleinere aber nicht weniger herausfordernde Aufgaben aus den Augen zu verlieren. Inszenierungen im öffentlichen Raum, temporäre Kunstinstallationen, Bauten im öffentlichen Raum, sowie die Arbeit für die Berliner Galerien und Künstler gehören seit der Gründung des Unternehmens zum Leistungsspektrum der Firma museumstechnik.